Sterne in den Nächten

Wir feiern nicht nur Fastnacht, sondern auch das Chinesische Neujahrsfest. Das hat etwas mit unserer Liebe zu Singapur zu tun. In der Eu-Tong-Sen-Street leuchtet zu Beginn des Drachenjahres ein riesiger Drachen in der Nacht, Sinnbild für Kraft, Stärke und Energie. Er verspricht Glück und Wohlstand. Wir haben uns zum Fest eine Schachtel Glückskekse gekauft. Heute fand ich einen treffenden Spruch: „Wir brauchen die Nächte, um die Sterne zu entdecken.“

Die Kriege mit ihren Gräueltaten, die Unglücksnachrichten, mit der das Internet voll ist und nicht zuletzt die Ungewissheit, ob wir trotz aller Anstrengungen die Klimawende schaffen und die Ungerechtigkeit auf unserer Erde überwinden können, machen nicht nur mir meine Gedanken und meine Seele finster.

Ich weiß, das mit dem Drachen ist ein Mythos. Ich glaube jedoch, wir brauchen auch heute solche Mythen, um uns in Zeiten solcher ungewissen Zeiten die Energie zurückzuholen, die in uns Menschen steckt, wenn es darum geht, Krisen zu überwinden. Und wir sollten in unseren finsteren Nächten die Sterne wahrnehmen, die am Himmel leuchten. Ich habe ein paar Sterne unter uns entdeckt. Sie machen mir Mut und Hoffnung, dass es mit unserer Erde noch nicht zuende geht.

Als nächstes brauchte ich ein warmes Baumwollhemd. Es kommt von /H Selected / homme. Dieses schöne warme in Rot und Tiefblau gehaltene Hemd ist mit recycelter Baumwolle hergestellt. Ich war überrascht, was daraus geworden ist. Heute bei Segmüller, dem großen Möbelgeschäft in Parsdorf, entdeckte ich Gardinen aus recycelten Flaschen: „Ein Herz für Flaschen“.

Auch wenn ich mich täglich über die riesigen Mülltüten mit jeder Menge Plastik in unseren Restmüllbehältern ärgere, wenn ich unser kleines Tütchen Müll runterbringe: Es gibt Sterne am Nachthimmel, die in eine verheißungsvolle Zukunft unseres Planeten hineinleuchten, angefacht von kreativen Ingenieuren und Designern in noch vielen anderen Firmen.

Stern 2:
In unserer Post fand ich das Magazin „Weltnah“ von Brot für die Welt, der Entwicklungshilfeorganisation des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Hier nur ein Schwerpunkt, der mich beeindruckt: „Aus eigener Kraft den Hunger überwinden“. Der Artikel erzählt von einer Kleinbauernfamilie im Westen Kenias. Vor fünf Jahren litt die Familie daran, dass der Ertrag ihres kleinen Hofes nicht reichte, um die Familie zu ernähren. „Monokulturen, Brandrodung und der Einsatz chemischer Dünger hatten die Böden ausgelaugt“, sie steinig und hart gemacht. „Immer heftigere Dürren und extreme Niederschläge vernichteten Ernten, schwemmten fruchtbare Bodenschichten davon“ – Zeichen für den Klimawandel.

Vor fünf Jahren kamen Shadak Tarus und Edna Maritim in das Dörfchen Chepsangor. Er und sie waren ausgebildet in Landwirtschaftsberatung und arbeiten für ADS North Rift, eine Entwicklungsorganisation der Anglikanischen Kirche, unterstützt durch Spenden von Brot für die Welt. In der Versammlung dachten alle damals: „Bestimmt gibt es etwas geschenkt. Saatgut vielleicht oder einen Sack Mais.“ Nein, es gab keine Geschenke, sondern Wichtigeres: Beratung, Austausch und Schulungen. Es ging darum, sich selbst aus ihrer Not zu befreien. Im ersten Schritt wurde gefragt, was den Familien fehlt. Dann lernten sie zu nutzen, was da ist. Das steile Land wurde mit Mäuerchen zu Terrassen geformt, Wassergräben gezogen und so das Regenwasser gebremst. Silbereichen wurden gesetzt als Schutz und zum Feuerholz.

Stern Nr. 3:
Seit 24 Jahren unterstützen wir Oikocredit. Oikocredit ist eine ökumenische Entwicklungsgenossenschaft, die vom Ökumenischen Rat der Kirchen im Jahr 1975 gegründet wurde. Sitz der Gesellschaft ist in den Niederlanden. In Deutschland unterstützen sechs Förderkreise mit Einzelmitgliedern, Kirchen, Gemeinden und christliche Gemeinschaften diese Investitionsgesellschaft. Ihr Ziel: Günstige „Kredite werden an Organisationen vergeben, die benachteiligte Menschen finanzielle und unternehmerische Perspektiven bieten.“

Oikocredit wurde zur Wegbereiterin für nachhaltige Geldanlage und Entwicklungsfinanzierung: Investition, die Wirkung zeigt. Unterstützt werden Gemeinschaften in Afrika, Asien und Lateinamerika. Angesichts der Herausforderungen durch den Klimawandel wird die Kreditvergabe in der Landwirtschaft und in erneuerbare Energien verstärkt. So wird ganz konkret weltweite Solidarität und soziale Gerechtigkeit gefördert. Ein Beispiel: Maria Pubiales ist Inhaberin eines Strickereibetriebes. Mithilfe eines Kredits der Oikocredit Partnerorganisation Banco Vision Fund in Ecuador konnte sie ihr Unternehmen ausbauen. Bis zu zwölf Frauen beschäftigt sie, je nach Auftragslage. Sie hat in Stoffe, Garn und in eine Nähmaschine investiert. Durch die Kredite konnte sie auch ihr Haus ausbessern und ihre Familie unterstützen.

Das waren ein paar Sterne, die ich in meiner „Nacht“ entdeckt habe. Sie geben mir Kraft zu glauben, dass wir uns den Herausforderungen unserer Zeit mutig stellen können. Das Drachenjahr der chinesischen Kultur ist für uns Christen auch ein Herrenjahr: ein Jahr, in der unser Herr Jesus Christus sein Reich unter uns baut, in dem Frieden und Gerechtigkeit wächst. Er braucht uns dazu.

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